Informationen aus der Verpackungsbranche
[img nm:20100713-etma-tube]Ein zweigeteiltes Bild gibt der Verband der Tubenhersteller zum Verlauf des Jahres 2010 zu erkennen: Im ersten Halbjahr freut sich die europäische Tubenindustrie über bis zu zweistellige Auftragseingangssteigerungen (abhängig von Tubendurchmessern und Tubenarten). Deshalb sind die etma-Mitglieder sehr zuversichtlich, dass die Tubenlieferungen bis Ende 2010 die 10-Milliarden-Marke (Stückzahl) wieder übertreffen werden. In einigen europäischen Ländern könnten sogar die Ergebnisse des guten Jahres 2008 erneut erreicht werden. Die Produktionskapazitäten sind derzeit gut ausgelastet, wobei ein deutlicher Trend zu kurzfristiger Auftragsvergabe mit kleinen Losgrößen erkennbar ist, was der Industrie ein hohes Maß an Flexibilität abfordert.
Jedoch wird die mengenmäßig gute Entwicklung in 2010 von drastischen Rohstoffpreissteigerungen begleitet, die eine Bedrohung für die Branche darstellen. Von Juni 2009 bis Juni 2010 sind die Ölpreise um 23 Prozent und die Aluminiumpreise um 40 Prozent gestiegen. Die Preise für die Kunststoffe PE-LD und PP zogen um 53 bzw. 64 Prozent an und die von Papier sogar um 77 Prozent. Diese Preissteigerungen haben bereits Spediteure, Lack-, Druckfarben-, Verschluss- und Kartonagenhersteller dazu veranlasst, ihre Konditionen anzuheben, was großen Druck auf die europäische Tubenindustrie ausübt. Zudem fordern einige Kunden extrem lange Zahlungsziele, die die Tubenhersteller unter Liquiditätsaspekten in große Schwierigkeiten bringen.
st