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Unzufriedene Kunststoffverarbeiter

[img nm:20101203-ik-logo] Einen wenig freudigen Ausblick auf das kommende Jahr verheißt die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.: Obgleich der Verband die Geschäftsentwicklung im jetzt zu Ende gehenden Jahr insgesamt positiv bewertet, sei eine Erholung bei der Marge trotz Umsatzwachstum (+ 15 % etwa für 2010) nach dem Krisenjahr 2009 aber noch nicht verbunden, denn die Kunststoffverpackungsunternehmen mussten gerade im ersten Halbjahr 2010 dramatische Preissteigerungen bei den Rohstoffen verkraften. "Die teilweise unzureichende Rohstoffversorgung in diesem Jahr verbunden mit einer Flut von Force-Majeure-Meldungen" wertet die IK in einer aktuellen Mitteilung "als wenig partnerschaftliches Verhalten seitens der Rohstoffindustrie. Es scheint, als wollten die Erzeuger mittlerweile sämtliche Risiken aus ihrem Umfeld auf die meist mittelständischen Kunststoffverarbeitungsunternehmen abwälzen."

Für 2011 sieht der Verband zwar einen unverändert positiven Konjunkturverlauf, rechnet allerdings auch gleichzeitig mit weiter explodierenden Kosten. Schon jetzt steht die Erhöhung der EEG-Umlage um 70 Prozent fest. Für ein durchschnittliches Unternehmen der Kunststoffverpackungsindustrie mit einem Stromverbrauch um die 18.000 Megawattstunden bedeutet das Mehrkosten von nahezu 300.000 Euro, wie der Verband vorrechnet. Die IK hat in diesem Zusammenhang mehrfach den unkalkulierbaren "Wildwuchs" beim EEG-Strom kritisiert. Vor allem diese "hausgemachten" Preissteigerungen können für die hochinnovative deutsche Kunststoffverpackungsindustrie aus Sicht der IK bereits im kommenden Jahr zu erheblichen Nachteilen gegenüber dem Wettbewerb aus dem benachbarten Ausland führen, denn die Möglichkeiten zu Produktivitätssteigerungen sind derzeit weitgehend ausgeschöpft.

Als zusätzliche Kostenfaktoren verweist die IK auf einschneidende Lohnerhöhungen sowie weitere Preissteigerungen auf der Rohstoffseite, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des andauernden Wirtschaftsaufschwungs in Fernost. Darüber hinaus sehen die Transportunternehmen im Jahr 2011 Engpässe bei den Logistikkapazitäten und haben bereits drastische Verteuerungen angekündigt.

st